Auf Initiative des Vorsitzenden der SPD-/FDP-Fraktion in der Gemeindevertretung, Christian Benzing, lud der Haupt- und Finanzausschuss jüngst den Vertreter des Netzversorgers Deutsche Telekom, Wolfgang Werner, sowie den Berater für den kommunalen Breitbandausbau von der Initiative „Mehr Breitband für Hessen“ Sven Butler ein, um über die bestehende Situation zu diskutieren als auch um Lösungen zu finden.
Benzing dazu: „Lange genug hat sich beim Breitbandausbau überhaupt nichts in Hasselroth bewegt. Es wird Zeit, und dazu können Informationen von allen Beteiligten schon ein erster Schritt sein.“ Beide Referenten bestätigten, dass die Breitbandversorgung zu den Standortfaktoren einer Kommune gehören, konnten den Ausschussmitgliedern jedoch zunächst keine positiven Nachrichten übermitteln; ein Ausbau der bestehenden Infrastruktur ist derzeit nicht geplant. Bemerkenswert umso mehr, da die Verfügbarkeitsstatistik im Gemeindegebiet Bände spricht: Nur jeder Fünfte verfügt über einen einigermaßen zeitgemäßen Internetanschluss (2-6 MBit), während knapp 80% der Anschlüsse über eine maximale Leistung von 1 MBit ins weltweite Datennetz gelangen können. 5 % der Anschlüsse sind für einen DSL-Zugang überhaupt nicht geeignet. „Das ist keine Leistung, die heute noch akzeptabel sind und auch längst nicht mehr ausreichend. Das ist vergleichbar damit, dass man mit dem Auto über Feldwege zur Arbeitsstelle nach Frankfurt fahren müsste“, kommentiere Christian Benzing den derzeitigen Ausbaustand.
Für vorsichtigen Optimismus konnte dann vielmehr die geplante Breitbandoffensive von Landrat Erich Pipa (SPD) sorgen. Bürgermeister Uwe Scharf konnte direkt aus der Bürgermeisterkreisversammlung von der ersten Vorstellung des Konzepts berichten. Demnach plant Pipa zusammen mit diversen Versorgungsunternehmen die Gründung einer GmbH um ein eigenes Glasfasernetz aufzubauen. Damit solle eine Versorgung gerade auch der bisherigen weißen Flecken, worunter Hasselroth zu Teilen noch fällt, mit bis zu 50 MBit gewährleistet werden. Die GmbH, die lediglich Inhaber des Netzes wird, verpachtet das Netz dann an die gewöhnlichen Netzbetreiber weiter. Möglich gemacht werden soll das Projekt durch eine Bürgschaft des Landes Hessen.
Die Ausschussmitglieder sprachen sich denn auch dafür aus, dieses Modell des Kreises zu unterstützen. Von der Gemeindevertretung wird daher ein Beschluss zu fassen sein, die notwendige Infrastruktur für die Maßnahme zur Verfügung zu stellen.




