Es erfolgte unter anderem eine gründliche Beleuchtung der Haushaltsansätze 2012. Zum ersten Mal seid Einführung der Doppik standen die gebuchten Ist-Zahlen aus 2010 zum Vergleich zur Verfügung. Somit war ein wesentlicher Vorteil, der zur Einführung der doppelten Buchführung in der öffentlichen Rechnungslegung immer wieder vorgebracht wurde, gegeben; eine erhöhte Vergleichbarkeit von Kosten und Nutzen und dem tatsächlichen Aufwand, der erbracht werden muss.
Auf Vergleichszahlen aus 2009 konnten die Gemeindevertreter jedoch nicht zurückgreifen, da der Rechnungsabschluss 2009 vom Rechnungsprüfungsamt des Main-Kinzig-Kreises immer noch nicht festgestellt ist und daher bisher nur Planansätze und keine Ist-Zahlen bei den einzelnen Haushalts-Stellen eingearbeitet waren.
Allgemein wurde festgestellt, dass die Hasselrother Haushaltssituation genau wie die von weiteren 27 Kommunen im Main-Kinzig-Kreis nicht zufriedenstellend sei. Das geplante Haushaltsdefizit in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro spreche erneut Bände, so der Fraktionsvorsitzende Christian Benzing. Allerdings von einer Insolvenz zu sprechen, würde der Haushalts-Situation Hasselroths nicht gerecht.
Einzig die Gemeinde Biebergemünd schließt noch mit positivem Haushaltsergebnis ab, und dies sei lediglich einem großen Biebergemünder Unternehmen geschuldet.
Bedauert wurde, dass die Politik in Bund und Land zwar Aufgaben an die Kommunen überträgt, ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Diese hätten in den letzten zehn Jahren ihre Haushalte auf Kosten der Kommunen saniert, obwohl die verfassungsmäße Ordnung eigentlich immer einen Kostenausgleich vorschreibe.
Somit steht einer Verbesserung der Einnahmenseite eben auch eine Erhöhung der Ausgaben der Gemeinde gegenüber. Ein Zustand, der sich ohne eine grundlegende Reform der kommunalen Finanzierung in mittelbarer Zukunft nicht ändern wird, selbst wenn die Gemeinde alle Leistungen streicht und die Steuern und Gebühren auf Rekordniveau fahren würde.
Insbesondere die Einnahmen aus der Gewerbesteuer befinden sich in Hasselroth auch wegen der anhaltenden Finanzkrise weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Eine Verbesserung der Einnahmen aus den Gewerbesteuern wird hier wohl erst ab 2012 durchschlagen, da Zahlen aus den Ergebnissen von 2010 zugrunde gelegt werden.
Die Mandatsträger der SPD-/FDP-Fraktion waren sich in ihrer Bewertung einig, dass die Verantwortlichen in der Zukunft Ideen zur Entwicklung Hasselroths einbringen müssen. Hier hoffe man unter anderem auf die Energiepotentialanalyse, die vom Kreis für Hasselroth finanziert wird, und in den nächsten Tagen vorliegen soll. Hier werden alle Möglichkeiten aufgezeigt, welches Potential in der Kommune vorhanden ist, regenerative Energien zu nutzen.





